Pfarreiengemeinschaft Inchenhofen zur Navigation

Filialkirche St. Ulrich in Schönbach

Foto von der Kirche Schönbach (Außenansicht) Foto von der Kirche Schönbach (Innenansicht) Foto vom Hochaltar Foto vom Deckenfresco Vor dem Jahr 1024 verlieh Kaiser Heinrich II. dem Augsburger Kloster St. Ulrich und Afra Grundbesitz u. a. in „Schembach“, wo der Hof des Amtsbauern stand, zu dessen Bereich Bauern von 17 Ortschaften gehörten. Aus einem Streit mit der Pfarrei Hollenbach von 1472 erfahren wir, dass die St. Ulrichs-Kirche auf Klostergrund in der „Zaunstat“ des Amtshofes stehe. Der Grund für den Streit ist sicherlich auch darin zu sehen, dass inzwischen bei der Kirche eine kleine Wallfahrt entstanden war und dabei nicht geringe Gelder in den Stock kamen. Um 1580 wird für Schönbach nicht (mehr) der hl. Ulrich, sondern der hl. Markus als Kirchenpatron genannt. Vielleicht war deshalb die Kirche am Markustag Ziel mehrerer Gemeinden, die für gutes Wetter und um eine gute Ernte beteten. Auch der Hochaltar von 1778 zeigte den hl. Markus im Altarblatt. Wohl kurz nach der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde dieses Altarbild abgelöst von einem nazarenerzeitlichen Altarblatt, das den hl. Ulrich darstellt. Wahrscheinlich kam das ursprüngliche Kirchenpatrozinium wieder zur Geltung. Die Wallfahrten haben schon lange aufgehört. In der Bittwoche kommen aber weiterhin die Gemeinden Igenhausen und Hollenbach.


Zu Beginn des 15. Jahrhunderts bauten die Prälaten von St. Ulrich und Afra zu Augsburg bei ihrem Amtshof in Schönbach (Kirchenbauer) eine St. Ulrichskirche. Der Abt kam dreimal im Jahr mit seinem Gefolge zu besonderen Anlässen, wie zu Maistift, Bauding und Korngeschau in den Amtshof.
1472 kam es vor dem Pflegegericht Aichach zu einem Streitfall zwischen dem Abt von St. Ulrich und Afra und dem Pfarrer von Hollenbach. St. Ulrich machte der Pfarrei Hollenbach das Satzungsrecht der Kirchenpröpste und die Legung der Heiligenrechnung streitig. Der Abt bekundete, dass seine Kirche auf St. Ulrichsgrund in der „Zaunstat“ des Amtshofes steht und dass der Amtshofbauer die Weide und den „Freithoff“ einzäunte.
Ursprünglich war der Amtshofbauer auch immer Kirchenpropst. Seit 1421 wurden die Kirchenpröpste ohne Einwände vom Abt eingesetzt.
Der Hollenbacher Pfarrer, Vikar der Fürstenfelder Zisterzienser, ging deshalb bis vors Hofgericht. Das Einkommen der Kirche bestand aus einem Kirchenschaff Roggen von den St. Ulrichsäckern, aus 8d. von der Ulrichswiese und 50d. von zwei Tagwerk Lechfeldmahd, dann aus der Mesnerhofstatt, die zwei Aichacher Metzen Hanf zinste, aus ½ Metzen Hanf von den Äckern und schließlich 1 lb Wachs von einer weiteren Hofstatt.
Der Hollenbacher Pfarrer hielt wöchentlich eine Messe in Schönbach.
Die im 17.und 18. Jhd. barockisierte Kirche war das Ziel mehrerer Kreuzgänge am Markustag. Bittprozessionen aus den Pfarreien Hollenbach, Inchenhofen, Sainbach, Oberbernbach, Alsmoos, Oberschneitbach und Igenhausen trafen ein. Das Altargemälde verdeutlicht diese Volksfrömmigkeit und Wahlfahrtsbegeisterung vergangener Jahrhunderte, indem es drei eintreffende Prozessionen in Schönbach zeigt. Dieses vielaussagende, wertvolle Hochaltargemälde ist mit „...Gisser, Neckarsulm“ signiert. Da in der ersten Hälfte des 17. Jhd. der Name „Gisser“ mehrfach im hiesigen Taufregister auftaucht, liegt die Vermutung nahe, dass dieser Maler aus Hollenbach, wenn nicht sogar aus Schönbach selbst stammt.
Der ursprünglich spätgotische Bau ist 1969 renoviert worden.
Heute werden noch jeden Monat und zum Patrozinium eine Hl. Messe gefeiert. Der Bittgang der Pfarrei Hollenbach nach Schönbach findet neuerdings wieder am Markustag statt.

von Günter Schulz

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