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Kath. Pfarrkirche St. Michael in Igenhausen

Foto vom der Kirche Igenhausen (Außenansicht) Foto vom der Kirche Igenhausen (Innenansicht) Foto vom linken Seitenaltar Foto vom rechten Seitenaltar Foto von der Kanzel Foto von der Kreuzigungsgruppe Foto vom Deckenfresco im Altarraum Foto vom Deckenfresco bei der Orgel Foto vom Deckenfresco im Kirchenschiff Die traditionsreiche Geschichte der Pfarrkirche St. Michael in Igenhausen findet ihren Ursprung im 12. Jahrhundert. Als weitere Ortsnamen sind noch Hugenhusen und Hügenhausen bekannt. Bis zur heutigen Namensgebung gab es sicher einige Abwandlungen. Der Ortsname Hügenhausen bedeutet soviel wie „Behausung des Hug“.

Ganz sicher ist die Pfarrkirche St. Michael das älteste Gebäude in Igenhausen. Der Ort entstand an einer Verbindungsstraße aus der Römerzeit, in welcher vermutlich der Salzhandel zwischen Augusta Vindelicum (Augsburg) und Regina Castra (Regensburg) stattgefunden hat. In der Chronik von Augsburg wird Hügenhausen im Jahr 1100 zum ersten Mal im Domkapitel erwähnt. Das Dorf gehörte den Pfalzgrafen von Scheiern-Wittelsbach. Die hielten Gericht. Der Pfarrei in Hügenhausen blieb nur ein Drittel vom Zehnten Teil, während zwei Drittel vom Zehnten Teil den Herzögen von Baiern gehörten. Erwähnenswert ist noch, dass am 15. Juni 1326 Hügenhausen an das Kloster Fürstenfeld für 54 Augsburger Pfennige verkauft wurde. Daraus ergaben sich Streitigkeiten zwischen dem Kloster und dem Pfarrer von Hügenhausen. Diese wurden am 1. Juni 1535 durch den bischöflichen Generalvikar von Augsburg beendet. Der Pfarrer durfte nun für die Kirche den großen und kleinen Teil vom Zehnten behalten, musste aber jährlich neun Schaff Hafer, ein Schaff Weizen und zwei Gulden an den Fürstenfeldischen Kappelhof nach Inchenhofen liefern.

Zur Pfarrei Hügenhausen gehörten außerdem folgende Pfarrdörfer: Hirschbach: Der Hof Hirzpach wird schon im 12. Jahrhundert erwähnt. Am 19. März 1351 wird der Ort Hirspach urkundlich vermerkt als Heinrich von Hügenhausen zu Hügenhausen und seine Frau Elisbeth den Besitz an das Kloster Thierhaupten verkauften. Hirspach bedeutet „Bach des Hirsches“. Der Hof erscheint auch im 14. Jahrhundert als Eigen der Herren von Gumppenberg zu Scherneck.

St. Georg: Auch die Einöde St. Georg südlich von Igenhausen, vom Wald umgeben, gehörte zu den Pfarrdörfern, wobei man noch 1562 St. Jörgen schrieb. Hier stand früher eine Kapelle, die dem hl. Georginus geweiht war. 1788 schreibt das Ordinariat: „Das Gebäude ist baufällig und muss abgebrochen werden.“ Bis dahin lebte neben der Kapelle ein Einsiedler.

Schönbach, Schembach: Die fünf Häuser mit den Hausnummern 10, 11, 13, 14, 17 gehörten zu der Pfarrei Hügenhausen. Es wird beschrieben, dass es sich hierbei um einen Bauer, einen Halbbauern, einen Gütler, einen Söldner, einen Häusler und zwei Austrägler handelte. Diese Aufteilung der Schönbacher in zwei Pfarreien besteht bis heute.


Die Kirche wird von dem Topographen Philipp Apin 1568 als links des Baches gelegen beschrieben. Die Kirche befindet sich 19 km nordöstlich vom Augsburger Dom „Unserer Lieben Frau“ und 7 km nordwestlich von Aichach zur Stadtpfarrei Mariä Himmelfahrt, außerdem 9 km westlich von der Inchenhofener Wallfahrtskirche St. Leonhard.

Die Kirche St. Michael liegt 452 m über dem Meeresspiegel in hügeliger Landschaft. Die spätgotische Pfarrkirche St. Michael mit Turm und Chorraum sind der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zuzuordnen. Im Glockenhaus befindet sich ein Spitzbogen aus dieser Zeit. Die Gotik mit ihren Spitzbögen verkörpert in erster Linie in Stein gehauene Elementargeometrie und ist Ausdruck des Erhabenen, des Himmel Anstrebenden.

Die Kirche ist nach Osten ausgerichtet. Von dort kommt das Licht, die aufgehende Sonne, Jesus Christus.

Der 27,5 Meter hohe, schön geformte Sattelturm mit Zinnendach und abgetreppten, durch Maßwerkfriese gegliederten Giebeln, trug zwei Glocken. Diese wurden in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gestiftet. Im Ersten Weltkrieg wurden die Glocken eingeschmolzen. 1926 war die Weihe der neuen Glocken. Die Marienglocke aus dieser Zeit läutet noch heute, da diese kleine Glocke im Zweiten Weltkrieg verschont blieb. Der gusseiserne Glockenstuhl von 1887 trägt auch noch zwei mittlere Glocken, dem hl. Michael und dem hl. Leonhard geweiht. Diese wurden 1950 geweiht.


Das Langhaus ist aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Von 1755 bis 1772 war Bartholomäus Martinus Zehentmaur Pfarrer von Igenhausen. Der aus Donauwörth stammende Geistliche wurde später zum kurfürstlichen Hof- und Kammerrat berufen. Er gab den Auftrag für die barocke Gestaltung der Kirche. Sein Wappen, drei Sterne und ein Löwe, finden sich in beiden Seitenaltären. Die Grabtafel von Pfarrer Zehentmaur ist an der Südseite des Chorraums. Aus dieser Zeit stammt auch ein Kelch, an dessen Unterseite das Wappen zu finden ist.

Der Teil der Kirche, in dem die Empore untergebracht ist, wurde im 19. Jahrhundert angebaut.

Unter Pfarrer Rudrof wurden in den sechziger Jahren die Seitenaltäre entfernt und der Chorbogen erneuert. Der linke Seitenaltar kam als ewige Leihgabe nach Schwifting bei Landsberg und der rechte Altar nach Aichen bei Maria Vesperbild.

Im Jahr 1970 wurde die Kirche trocken gelegt und die Bestuhlung erneuert. Dabei wurden die Kinderbänke und die Kommunionbank entfernt und ein Volksaltar eingesetzt.

Von 1981 bis 1982 erfolgte eine Innenrestauration der Kirche. Dabei wurden der Volksaltar und der Ambo erneuert.

Nachdem 1995 der rechte Seitenaltar zurückgegeben wurde, bemühte sich Pfarrer Bartenschlager erfolgreich um die Rückführung des linken Seitenaltars. Nun war die barocke Einheit der Kirche wieder hergestellt. Doch 2000 begannen erneut Renovierungsarbeiten. Zuerst wurden die Seitenaltäre restauriert und später der Dachstuhl saniert. Seit dem Jahr 2003 strahlt die Kirche wieder in ihrer ursprünglichen Schönheit.

Der Hochaltar und die Kanzel wurden um 1750/60 gefertigt. Die Altargemälde sind vielleicht von Ignaz Baldauf (1715 – 1795), er stammte aus Inchenhofen und arbeitete vorwiegend im altbayerischen Raum: St. Michael als Seelenwäger, im Auszug Mariä Verkündigung. Die Figuren der hl. Katharina und der hl. Barbara entstanden Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Pietà und der hl. Sebastian, sind aus Holz, gefasst und stammen aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die Kreuzigungsgruppe wurde um 1510/1520 geschaffen.

Die Deckenfresken wurden von Ignaz Paur 1756 angefertigt: im Chor die Erscheinung des hl. Michael am Monte Gargano, im Langhaus der Kampf des Erzengels mit Satan und an der Südwand ein gemalter Baldachin mit Putten. Wohl von anderer Hand stammen die Brustbilder der Apostel Matthäus und Matthias sowie das Deckenbild über der Westempore aus dem Jahr 1953.

aus dem Pfarrarchiv

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