Pfarreiengemeinschaft Inchenhofen zur Navigation

Kath. Pfarrkirche St. Nikolaus in Sainbach

Foto von der Kirche Sainbach (Außenansicht) Foto von der Kirche Sainbach (Innenansicht) Foto vom linken Seitenaltar Foto vom rechten Seitenaltar Die Pfarrkirche war ursprünglich eine Kapelle und gehörte zu dem einst dort bestandenen adeligen Schloss. Wahrscheinlich hat dieser Adel zur Zeit der Kreuzzüge (um 1100) eine Wallfahrt in das Heilige Land gemacht und mit einem Teil seines Grundbesitzes die hiesige Pfarrei gestiftet. Ein anderer Teil mag an einige Dienstleute übergegangen sein, wodurch sich eine kleine Gemeinde bildete. Daraus entstand Sainbach. Bald darauf musste die Schlosskapelle vergrößert werden, darum heute noch zweierlei Stile – gotisch und romanisch.

Als Pfarrkirche ist die Sainbacher Kirche von 1494 schon längst bekannt. Einige Grabinschriften verstorbener Pfarrer von hier in den Jahren 1166, 1624, 1672 und 1693, der Taufstein und die Kanzel beweisen dies.


Sainbach wird als Pfarrei im frühen 15. Jahrhundert erstmals genannt. In einer Fürstenfelder Urkunde erschienen 1449 auch die Kirchenpröpste bzw. Kirchenpfleger. 1564 ist Veith Wintermair Pfarrer. Wann die erste dem hl. Nikolaus geweihte Kirche erbaut wurde, ist unbekannt, sicher aber nicht vor 1400, da der Chor gotisch ist.

Das Langhaus soll im 18. Jahrhundert errichtet worden sein. Alle Pfarrherren lobten das hübsche Kirchlein, klagten aber ständig auch über schadhafte Stellen, über die Feuchtigkeit, die in den Mauern hochzog, und über die ständig restaurationsbedürftigen Altäre. 1843 ließ der ehemalige Pfarrer Alois Lerchenmiller Altäre und Orgel neu fassen. Seit 1881 haben mehrere Restaurierungen stattgefunden.

Auf dem Hochaltar dieser schmucken Dorfkirche ist ein Maria-Hilf-Bild, dessen Original sich im Dom von Innsbruck befindet. Zu beiden Seiten eine spätgotische Statue des Bistumpatrons St. Ulrich und eine barocke Figur des Kirchenpatrons St. Nikolaus. Die beiden Seitenaltäre sind der Unbefleckten Empfängnis Mariens und dem heiligen Sebastian geweiht.

Das Deckenbild über dem Langhaus zeigt den hl. Nikolaus und eine reizvolle Ansicht von Sainbach sowie auch Pfarrangehörige. Entstanden sind dieses Bild, wie auch die Darstellungen der vier abendländischen Kirchenväter Augustinus, Ambrosius, Hieronymus und Papst Gregor der Große in den Ecken der Decke, in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Aus derselben Zeit stammen auch die schönen Darstellungen aus dem Leben des heiligen Nikolaus an der Brüstung der Orgelempore.

aus dem Pfarrarchiv

Foto vom Hochaltar Foto von der Empore Foto vom Deckenfresco Unsere Kirche in Sainbach ist dem hl. Nikolaus von Myra geweiht. Eine erste Darstellung ist die Figur des hl. Nikoaus am Hochaltar rechts. Der hl. Nikolaus ist zu erkennen, weil er im bischöflichen Ornat mit der Mitra auf dem Kopf und dem Hirtenstab in der Hand und den drei goldenen Kugeln auf dem Buch in der anderen Hand dargestellt ist. Diese drei Goldkugeln verweisen auf die Legende, dass Nikolaus einst als Bischof in Myra einer armen Familie geholfen hat. Der Vater war Witwer und lebte mit seinen drei Töchtern in seinem Haus zusammen. Die drei Mädchen wollten heiraten, doch der Vater konnte wegen seiner Armut den Mädchen kein Heiratsgut mitgeben. So mussten die Töchter sich ihre Mitgift verdienen. Sie standen kurz davor, sich selbst für Liebesdienste zu verkaufen und so ihre Unschuld zu verlieren. Das wollte Nikolaus verhindern. Er legte nachts dreimal jeweils eine Goldkugel oder einen Goldklumpen ins Fenster des Hauses, so dass die Töchter davor bewahrt blieben, ihre Unschuld auf derartige Weise zu verlieren. Diese Szene ist auch auf dem Bild auf der Emporenbrüstung links der Orgel zu sehen. Auf diesem sind außerdem Bettler, Krüppel und Kinder dargestellt. Nikolaus hatte für sie alle ein offenes Herz und hat allen geholfen.

Ein zweites Bild aus dem reichen Schatz der Legenden des hl. Nikolaus ist rechts der Orgel abgebildet: das Kornwunder. Es herrschte eine lange Dürre in Myra und im ganzen Umland. Kein Getreide konnte wachsen, nichts konnte geerntet werden. Als ein Schiff in den Hafen kam, bat Nikolaus die Schiffsleute, einige von den Getreidesäcken abzugeben, dass die Leute hier nicht verhungern mussten. Der Kapitän weigerte sich aber, weil er Angst hatte, dass dann einiges von der Kornladung, die für den Kaiser bestimmt war, fehlen würde, und er und seine Mannschaft bestraft werden würden. Nikolaus aber machte ihm Mut und sagte, er solle ruhig abladen, es werde ihm nichts von der Ladung fehlen. Man machte einen Strich an der Außenwand des Schiffes auf der Höhe des Wasserspiegels. Soviel Säcke mit Korn die Matrosen auch abluden, der Strich stieg nicht höher. Und als die Seeleute beim Kaiser ankamen, fehlte kein Gramm Getreide.

Ein weiteres, das größte Bild des hl. Nikolaus ist das Deckengemälde im Kirchenschiff. Es zeigt den Patron der Kirche und der Pfarrei Sainbach. Über der Kirche, vor der einige Gläubige in Prozession abgebildet sind, schwebt der hl. Nikolaus und mahnt; die Sünde zu meiden. In den 1950er Jahren wurde dieses Gemälde neu geschaffen. Es löste ein Bild mit zwei großen Engeln ab.

Stefan Gast, Dekan

zum Anfang